Notgroschen aufbauen klingt nach Oma und Sparbuch. Nach Kaffeedose im Küchenschrank und so empfand ich das früher auch. 😅
Dann geht die Waschmaschine kaputt, das Handy knallt auf die Fliesen oder der Job wackelt. Und plötzlich fühlt sich Dein Konto an wie ein Loch.
Als Stylistin sage ich meinen Kundinnen immer: Ein starkes Outfit braucht gute Basics. Beim Geld ist das genauso. Der Notgroschen ist das kleine Schwarze in Deinem Finanz-Kleiderschrank. Er passt zu jeder Lebenslage.
In diesem Beitrag machen wir zwei Dinge. Erst ein ehrlicher Finanzcheck in fünf Schritten. Dann der Notgroschen. Beides zusammen gibt Dir Überblick und Ruhe im Kopf.
Eine Sache vorab: Ich bin keine Finanzberaterin. Das hier ist keine Anlageberatung, sondern ein Leitfaden aus meinem Alltag.
Was ist ein Notgroschen und wie hoch sollte er sein?
Ein Notgroschen ist Deine Rücklage für Unerwartetes. Kaputte Geräte, Autoreparatur, Jobverlust. Er sorgt dafür, dass Du keinen Kredit brauchst und Dein Konto nicht überziehst.
Wusstest Du? Das Wort ist eigentlich irreführend. Ein Groschen ist ein Zehntel einer alten Mark, also fast nichts. Empfohlen werden heute mehrere Monatsgehälter. Schon Ende des 16. Jahrhunderts verlangte Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel von seinen Hausbesitzern eine bare Rücklage, den Vorläufer unseres Notgroschens. (Quelle: Wikipedia)
Wie hoch soll Dein Notgroschen sein?
Die Verbraucherzentrale nennt als Faustregel zwei bis drei Netto-Monatsgehälter. Verbreitet ist auch die Rechnung über drei bis sechs Monatsausgaben. Sie ist genauer, weil sie zu Deinem echten Bedarf passt.
Bist Du selbstständig, hast Du einen befristeten Vertrag oder hängen andere von Deinem Geld ab? Dann plane mehr ein.
Ein Beispiel: Gibst Du im Monat 2.000 Euro aus, wären drei bis sechs Monate zwischen 6.000 und 12.000 Euro. Das klingt viel. Aber Du baust ihn Stück für Stück auf.
Wo gehört der Notgroschen hin?
Auf ein Tagesgeldkonto. Nicht in die Kaffeedose und nicht auf das Girokonto, wo er im Alltag verschwindet. Tagesgeld ist täglich verfügbar und im Wert stabil. Das ist wichtiger als die Zinsen.
Und wichtig: Der Notgroschen ist keine Geldanlage. Er soll da sein, nicht wachsen.
Dein Finanzcheck in 5 Schritten
Bevor Du einen Cent beiseitelegst, brauchst Du Überblick. Der Finanzcheck dauert einen Abend, und wenn Du Dir dazu einen Tee machst, wird daraus fast eine kleine Auszeit für Dich.
Schritt 1: Alles aufschreiben
Hol Dir die Kontoauszüge der letzten drei Monate. Schreib Einnahmen und Ausgaben auf. Ohne Urteil, nur Zahlen. Ob Du das in einer Tabelle, auf Papier oder in einer App machst, ist egal. Hauptsache, Du siehst es schwarz auf weiss.
Schritt 2: Fixkosten und Abos prüfen
Miete, Strom, Handy, Versicherungen, Streaming. Markiere alles, was jeden Monat abgebucht wird. Dann die Frage: Nutze ich das wirklich? Kündige, was Du seit Monaten nicht anfasst. Jede von uns hat mindestens einen vergessenen Streamingdienst. 😅
Schritt 3: Teure Schulden im Blick behalten
Schreib auf, wo Du Schulden hast, und welchen Zinssatz Du zahlst. Besonders teuer sind Dispo und Ratenkredite. Dort fressen die Zinsen Dein Sparen auf. Die Verbraucherzentrale warnt genau davor: Wer das Konto überzieht, zahlt drauf, statt zu sparen.
Schritt 4: Verträge und Absicherung prüfen
Zahlst Du für Verträge doppelt oder für Policen, die Du nicht brauchst? Die Verbraucherzentrale hält zum Beispiel viele Versicherungen für Geräte für wenig sinnvoll. Prüfe jeden Vertrag und frag im Zweifel bei einer unabhängigen Beratung nach.
Schritt 5: Notgroschen-Ziel und Sparrate festlegen
Deine monatlichen Ausgaben aus Schritt 1 mal drei ergeben Dein Mindestziel. Dann legst Du eine feste Sparrate fest. Die Verbraucherzentrale nennt als Beispiel etwa fünf Prozent vom Nettoeinkommen. Bei 2.500 Euro netto sind das 125 Euro im Monat. Dazu kommt ein Drittel von Extras wie Weihnachtsgeld oder Geschenken.
Richte einen Dauerauftrag ein, direkt nach dem Gehaltseingang. So musst Du nicht mehr nachdenken. Das Geld fliesst einfach auf Dein Tagesgeldkonto.
Tipp: Bau Deinen Notgroschen Stück für Stück auf. Die Verbraucherzentrale empfiehlt genau das, statt auf eine grosse Einmalzahlung zu warten.
Vier Tricks, damit Du beim Notgroschen aufbauen dranbleibst
Wissen ist das eine, Dranbleiben das andere. Hier sind meine Tricks, damit aus dem guten Vorsatz eine Gewohnheit wird.
Deine monatlichen Ausgaben aus Schritt 1 mal drei ergeben Dein Mindestziel. Dann legst Du eine feste Sparrate fest. Die Verbraucherzentrale nennt als Beispiel etwa fünf Prozent vom Nettoeinkommen. Bei 2.500 Euro netto sind das 125 Euro im Monat. Dazu kommt ein Drittel von Extras wie Weihnachtsgeld oder Geschenken.
Richte einen Dauerauftrag ein, direkt nach dem Gehaltseingang. So musst Du nicht mehr nachdenken. Das Geld fliesst einfach auf Dein Tagesgeldkonto.
Tipp: Bau Deinen Notgroschen Stück für Stück auf. Die Verbraucherzentrale empfiehlt genau das, statt auf eine grosse Einmalzahlung zu warten.
Vier Tricks, damit Du beim Notgroschen aufbauen dranbleibst
Wissen ist das eine, Dranbleiben das andere. Hier sind meine Tricks, damit aus dem guten Vorsatz eine Gewohnheit wird.
Trick 1: Automatisiere alles
Dein Gehirn ist nicht dafür gemacht, jeden Monat an das Sparen zu denken. Also nimm ihm die Arbeit ab. Ein Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang erledigt das für Dich. Was Du nie auf dem Girokonto siehst, vermisst Du auch nicht.
Trick 2: Gib dem Konto einen Namen
Benenne Dein Tagesgeldkonto, wenn möglich, mit einem klaren Titel wie Notgroschen oder Mein Sicherheitsnetz. Das klingt albern, wirkt aber. Jedes Mal, wenn Du den Namen siehst, erinnerst Du Dich, wofür das Geld da ist.
Trick 3: Mach den Fortschritt sichtbar
Zeichne Dir eine kleine Leiste auf, die sich Monat für Monat füllt. Oder hake jede Rate in Deinem Kalender ab. Sichtbarer Fortschritt motiviert. Du glaubst mir nicht? Ich bin bei jedem Haken ein kleines bisschen stolz.
Trick 4: Belohne Dich, ohne den Puffer anzufassen
Sparen darf sich gut anfühlen. Gönn Dir zum ersten Etappenziel etwas Kleines, das Du aus Deinem normalen Budget zahlst. Ein schönes Essen, ein neuer Schal. Der Notgroschen selbst bleibt dabei unberührt.
Mit diesen vier Tricks wird Dein Notgroschen aufbauen vom lästigen Pflichtprogramm zum Ritual, auf das Du stolz sein kannst.
Der Notgroschen steht. Und was kommt danach?
Wenn Dein Puffer steht, wird es spannend. Jetzt darfst Du über Chancen nachdenken. Also über Geld, das weder für den Alltag noch für Notfälle gebraucht wird.
Die Reihenfolge ist dabei das Wichtigste:
- Überblick schaffen mit dem Finanzcheck.
- Notgroschen aufbauen.
- Erst dann über Chancen nachdenken.
Wer diese Reihenfolge dreht, riskiert, im Notfall genau dann verkaufen zu müssen, wenn die Kurse unten sind. Das ist der teuerste Fehler überhaupt.
Mein Weg: ein Portfolio, das ich nicht anfasse
Bei mir besteht der Chancen-Teil hauptsächlich aus Gold, das ich mit Rabatt kaufe, und aus ein paar Krypto-Projekten. [LINK: Goldkauf mit Rabatt] Ich fasse es nicht an. Es liegt da, ohne dass es meinen Alltag oder meine Reserve berührt.
Das funktioniert nur, weil der Notgroschen im Hintergrund steht. Er ist mein Sicherheitsnetz. Deshalb muss ich bei einem Kurssturz nicht in Panik verkaufen.
Gold und Krypto schwanken, und ein Totalverlust ist bei Krypto möglich. Setze nur ein, was Du wirklich verschmerzen kannst.
Was Euro, Gold und Bitcoin eigentlich unterscheidet, erkläre ich Dir hier:
Dort siehst Du auch, welche Rolle Dein Notgroschen im Vergleich spielt.
Häufige Fragen zum Notgroschen aufbauen
Wie schnell muss ich meinen Notgroschen aufbauen?
Es ist kein Wettlauf. Fang mit einer kleinen Rate an und bleib dran. Jede Rate zählt, und ein halb gefüllter Puffer ist besser als keiner. Wenn Du später mehr Luft hast, erhöhst Du die Rate einfach.
Notgroschen oder erst Schulden tilgen?
Das hängt von Deiner Situation ab. Teure Schulden wie ein Dispo kosten jeden Monat Zinsen. Gleichzeitig brauchst Du einen kleinen Puffer, damit Du bei der nächsten Panne nicht wieder in den Dispo rutschst. Für einen persönlichen Plan hilft eine unabhängige Schuldner- oder Verbraucherberatung.
Darf ich den Notgroschen für den Urlaub nutzen?
Nein. Ein Notfall ist ungeplant und unvermeidbar. Der Urlaub ist geplant. Leg dafür ein eigenes Konto an, am besten mit eigenem Dauerauftrag. So bleibt der Puffer heilig, und Du sparst trotzdem für Dinge, die Spass machen.
Verliert der Notgroschen nicht durch Inflation an Wert?
Ja, ein bisschen. Seine Aufgabe ist aber Sicherheit, nicht Rendite. Er muss sofort verfügbar sein, wenn etwas passiert. Wachsen soll Dein anderes Geld, das Du längerfristig nicht brauchst. Wie das aussehen kann, zeige ich Dir im Beitrag zu Fiat vs Krypto.
Fazit: Notgroschen aufbauen ist Dein erstes Basic
Notgroschen aufbauen ist nicht sexy. Aber es ist das Fundament für alles, was danach kommt. Erst der Finanzcheck, dann die feste Sparrate, dann die Chancen.
Du musst nicht heute alles perfekt machen. Setz Dich diese Woche einen Abend hin und mach Schritt 1. Das reicht für den Anfang. Das hört sich für Dich vielleicht alles komisch an, aber allein dieser Überblick fühlte sich damals für mich an wie frische Luft. 🌿
Wenn Dein Puffer steht, bist Du bereit für den nächsten Schritt:




